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LĂźbecker Dom
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Der LĂźbecker Dom (auch Dom zu LĂźbeck) ist der erste groĂe Backsteinkirchbau an der Ostsee und mit fast 132 Metern Länge eine der längsten Backsteinkirchen. 1173 wurde der LĂźbecker Dom von Heinrich dem LĂśwen begrĂźndet und 1247 geweiht. Patrone der evangelischen Kirche sind die Heiligen Johannes der Täufer und Blasius (wie im Braunschweiger Dom), Maria und Nikolaus.
Contents
⢠Weltkriege
⢠GebäudemaĂe
⢠Ausstattung
⢠Triumphkreuz
⢠Taufe
⢠Kanzel
⢠Flßgelaltäre
⢠Tafelbilder
⢠Glasmalerei
⢠Grabkapellen
⢠Glocken
⢠Kirchenmusik
⢠Domorgel
⢠Barockorgel
⢠Kirchenmusiker
⢠Lutherbuche
⢠Legenden
⢠Dom und Gemeinde
⢠Geistliche
⢠UNESCO-Welterbe
⢠Siehe auch
⢠Literatur
⢠Weblinks
⢠Einzelnachweise
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Baugeschichte und Architektur
Im Jahre 1173 legte Heinrich der LĂśwe als Stifter den Grundstein des Doms als Kathedrale fĂźr das Bistum LĂźbeck, nachdem in den Jahren 1160â63 das Domkapitel und der Bischofssitz von Oldenburg in Holstein unter Bischof Gerold hierher verlegt worden war. Der LĂźbecker Dom gehĂśrt somit zu den vier sogenannten LĂśwendomen (Ratzeburg 1160/70, Schwerin 1171, Braunschweig 1173). Die Kirche wurde als Bischofskirche Johannes dem Täufer und als Gemeindekirche dem Heiligen Nikolaus geweiht.
Vorgängerkirchen des Doms waren ab 1163 eine provisorische Holzkirche und die in Richtung Trave vor dem Dom gelegene erste steinerne Kirche Lßbecks, St. Johann auf dem Sande, die sich etwa an der Stelle des heutigen Bauhofs befand. Diese Kirche wurde bereits 1150 von Bischof Vizelin geweiht, genßgte aber nach der Verlegung des Bistums von Oldenburg nach Lßbeck den Anforderungen der BischÜfe und der wachsenden Stadt nicht mehr, weswegen 1173 der Entschluss zum Dombau in unmittelbarer Nähe gefasst wurde. Der Giebel von St. Johann auf dem Sande stßrzte 1648 ein, vier Jahre später wurde die Kirche vÜllig abgetragen.cite-ref-1[1]
Die romanische Basilika wurde 1247 fertiggestellt und geweiht. Um 1254 wurde am nĂśrdlichen Querhaus eine Eingangsvorhalle angebaut, das Paradies. AnschlieĂend wurde der romanische Dom ab 1266 zu einer gotischen Hallenkirche umgebaut, indem man die beiden Seitenschiffe etwa auf die HĂśhe des Mittelschiffes auf rund 21 Meter anhob. Ebenfalls in dieser Zeit erfolgte die Verlängerung des BaukĂśrpers durch die Errichtung des gotischen Chores unter Bischof Heinrich II. Bochholt (1317â1341). Dieser wandte einen Betrag von 28.000 Markcite-ref-2[2] fĂźr den 1341 fertiggestellten Chor auf, in dessen Mitte er auch unter einer bemerkenswerten Grabplatte aus Messing begraben liegt, die dem ErzgieĂer Hans Apengeter zugeschrieben wird.
1341 war der romanisch-gotische Lßbecker Dom in seiner heutigen Gestalt vollendet. Der BaukÜrper wurde dadurch auf rund 132 m verlängert, und die romanische Apsis wurde nach Fertigstellung des gotischen Chors bis auf die Fundamente abgerissen.
Der Unterschied zwischen den beiden Bauabschnitten ist auch fĂźr Laien in der Kirche deutlich erkennbar: Der ältere Bauteil aus romanischer Zeit wird von massiven, rechteckigen Pfeilern getragen, der jĂźngere gotische Chor von schlankeren, runden Säulen. Dieser Ăbergang wird seit der Nachkriegs-Rekonstruktion in den 1970er Jahren durch eine Glaswand markiert. Insbesondere die TĂźrme zeigen noch deutlich die Formen der Romanik.
Bis zur Reformation unterstand das Domkapitel dem Bischof und nicht dem Rat der Stadt. Im Zuge der Reformation wurde der Dom bis 1803 gemeinschaftliches Eigentum von Stadt und Domkapitel und ging dann mit AuflĂśsung des Domkapitels in das Alleineigentum der Stadt Ăźber. Das Domkloster LĂźbeck wurde Ende des 19. Jahrhunderts Museumsstandort des Museums am Dom.
Der erhaltene mittelalterliche Kreuzgang an der SĂźdseite der Kirche verbindet den Dom heute mit dem BaukĂśrper des Museums fĂźr Natur und Umwelt und des Archivs der Hansestadt LĂźbeck.
Der Dom wurde im Laufe der Jahrhunderte häufiger aufgrund seiner freien Lage am Wasser zwischen Obertrave und MĂźhlenteich durch Wetter und StĂźrme beschädigt. 1611 musste der nĂśrdliche Turmhelm ersetzt werden, 1648 wurde ein âKnopf nebst Wetterhahn in den MĂźhlenteich geschleudertâ, und um 1766 wurden die kleinen NebentĂźrme beseitigt.cite-ref-3[3]
Weltkriege
Wilhelm Stahl begleitete an der Orgel den Festgottesdienst zur Weihung des Ehrenmals â nach einem Entwurf von Asmus Jessen trugen rote Tontafeln die Ăźber 800 Namen der Gefallenen in schwarz â der Domgemeinde am Totensonntag, dem 23. November 1924. Der im Folgejahr ausscheidende Hauptpastor Christian Reimpell konnte diesen Gottesdienst krankheitsbedingt schon nicht mehr halten. Die Predigt hielt der zweite Pastor Herrmann Balcke. Am Eingang des Chorumganges, in dem sich die Tafeln befanden, erwartete der dritte Pastor, Franz Linde, im Anschluss an die Predigt die Gemeinde. Nach der EnthĂźllung des Ehrenmals Ăźbergab er es Hermann Julius Hartwig als Vertreter des Kirchenvorstandes. Der Chor der Oberrealschule zum Dom sang und Pastor Linde segnete das Ehrenmal im Anschluss.cite-ref-5[5]
In der Nacht zum Palmsonntag vom 28. zum 29. März 1942 erlebte LĂźbeck einen schweren Luftangriff, durch den ein FĂźnftel der LĂźbecker Innenstadt zerstĂśrt wurde. Mehrere Bomben schlugen in der Nachbarschaft ein, ebenso das Ăśstliche GewĂślbe im Chor, was den Hochaltar von 1696 zerstĂśrte. Der Brand des benachbarten Dommuseums griff auf den Dachstuhl des Doms Ăźber. Gegen Mittag des Palmsonntags stĂźrzten die Turmhelme ab; die Orgel der Firma Walcker von 1893 hinter dem Prospekt der Arp-Schnitger-Orgel von 1699 wurde ein Raub der Flammen. Es konnten jedoch relativ groĂe Teile der Innenausstattung wie das Triumphkreuz und fast alle mittelalterlichen FlĂźgelaltäre gerettet werden. Als Kriegsfolge brach 1946 der ungesicherte Giebel des nĂśrdlichen Querschiffs zusammen, begrub die Paradies genannte Vorhalle unter sich und zerstĂśrte sie fast vĂśllig.
Wiederaufbau nach 1945
Der Wiederaufbau dauerte einige Jahrzehnte, da die Prioritäten in LĂźbeck eher auf den Wiederaufbau der LĂźbecker Marienkirche gelegt wurden. Erst die GrĂźndung der Stiftung âDom zu LĂźbeckâ im Jahr 1960 schuf die finanziellen Voraussetzungen fĂźr den Wiederaufbau des Domes in seiner alten GrĂśĂe. Zunächst wurden die TĂźrme und der westliche Teil der Kirche instandgesetzt, um dort nach der Verglasung der Fenster im Altbau ab 1951 wieder Gottesdienste feiern zu kĂśnnen. Es folgte dann der Ostchor und zuletzt die Paradies-Vorhalle an der Nordseite des Doms. UrsprĂźnglich sollte der Wiederaufbau nach einem 1960 im Rahmen eines Gutachterverfahrens empfohlenen Entwurf des MĂźnchener Architekten Olaf Andreas Gulbransson erfolgen. Nach dessen Ăźberraschendem Tod im Jahr 1961 wurde 1962 das Hamburger ArchitektenbĂźro Grundmann und Sandtmann mit der Neueinrichtung des in seiner alten GrĂśĂe wieder aufzubauenden Doms beauftragt. Der Wiederaufbau wurde 1982 mit der Rekonstruktion der Paradies-Vorhalle abgeschlossen.cite-ref-6[6]cite-ref-7[7]
Die Turmhelme erhielten wie alle nach dem Krieg wiederaufgebauten Turmhelme der Lßbecker Hauptkirchen eine Unterkonstruktion aus Leichtbeton, nachdem zunächst die mittelalterlichen Fundamente der beiden Tßrme hydraulisch angehoben, tiefer verankert und verstärkt worden waren.
Aus heutiger Sicht ist der Baugrund an diesem Standort fĂźr ein so groĂes und schweres Bauwerk ungeeignet. Zwischen 2024 und 2033 mĂźssen die TĂźrme erneut saniert werden.cite-ref-8[8]
GebäudemaĂe
Der Lßbecker Dom ist rund 131 Meter lang, er ist damit eines der längsten Kirchengebäude Deutschlands. Die Breite des Langhauses liegt bei 38 Metern, die Breite der Querhaus-Achse mit Paradies liegt bei 53 Metern. Der Westbau ist rund 36 Meter breit.cite-ref-9[9] Das Dach hat eine FirsthÜhe von rund 31 Metern. Die GewÜlbehÜhe im Raum beträgt 20 bis 22 Meter.cite-ref-10[10] Mit TurmhÜhen von knapp 115 Metern ist der Dom das zweithÜchste Kirchengebäude Schleswig-Holsteins.
Ausstattung
Der Dom war und ist die nach der Marienkirche am reichsten ausgestattete Kirche LĂźbecks. Hinsichtlich der steinernen Sarkophage in seinen Grabkapellen nimmt der Dom in LĂźbeck eine herausragende Stellung ein.
Triumphkreuz
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Hauptartikel
:
Triumphkreuz im LĂźbecker Dom
Im Dom befindet sich das auffallende, das Hauptschiff beherrschende, 17 Meter hohe Triumphkreuz des LĂźbecker KĂźnstlers Bernt Notke. Es wurde von dem LĂźbecker Bischof Albert II. Krummendiek gestiftet und 1477 im Kirchenschiff aufgerichtet. Auch bei diesem zentralen Kunstwerk gelang die kunsthistorische Zuordnung zu KĂźnstler und Werkstatt erst im 20. Jahrhundert. Der Prediger Zietz bemerkt um 1820 in seiner Darstellung nur knapp:
âVor dem Chore schwebt auf einem Querbalken ein groĂes, kraus verziertes Kreuz von Holz, mit mehreren knienden und stehenden Figuren. Der Bischof Albert von Crumedyk, lieĂ es 1477 dahin setzen, er starb 1489. November . Er verewigte dadurch sein BildniĂ, nebst einer Magdalena, unter welcher Gestalt, der Sage nach, seine Beischläferin dargestellt ist; viel FleiĂ in der AusfĂźhrung wurde daran von dem KĂźnstler bewiesen.âcite-ref-11[11]
Diese Einordnung des Notkeâschen Werks als FleiĂarbeit wandelt sich im Laufe des 19. Jahrhunderts anschaulich, und der kirchenkritische Kunsthistoriker Grautoff bemerkt:
âDas bedeutendste Denkmal dieser Zeit ist das im Jahre 1477 von Bischof Albert Crummedyk gestiftete Triumphkreuz im Dom, das vorzĂźglichste Zeugnis von dem durchgebildeten KĂśnnen der LĂźbecker KĂźnstler, das leider 1894 durch ungeschickte Restauration wie manche andere Kunstdenkmäler des Doms sehr verdorben ist.âcite-ref-12[12]
Taufe
Die eherne FĂźnte von Lorenz Grove aus dem Jahr 1455 ersetzte die heute in der Kirche von Klein Wesenberg befindliche alte steinerne FĂźnte aus Kalkstein von der schwedischen Insel Gotland.cite-ref-13[13]cite-ref-14[14] Die Taufe stand bis 1942 vor der Orgel im Westen der Kirche nahe dem Eingang, dem frĂźher traditionellen Standort von Taufbecken in Kirchen. Beim Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg wurde sie in eine von Sandtmann und Grundmann neu gestaltete Taufkapelle zwischen Lettner und Ostchor versetzt und erhielt einen von Rolf Koolman gefertigten Einsatz.
Kanzel
Die Renaissance-Kanzel wurde 1586 vom damaligen Pastor Dionysius Schßnemann gestiftet und von dem flämischen Steinmetz Hans Fleming errichtet. Sie erhebt sich ßber einem Untersatz, der von einer Mose-Statue getragen wird. Der Kanzelkorb ist mit sieben Alabaster-Reliefs geschmßckt, die Szenen aus dem Leben Jesu zeigen, die alle von dem flämischen Bildhauer Willem van den Broeck gearbeitet wurden. Der Schalldeckel mit einer Statue des Auferstandenen stammt von 1570, der Aufgang wurde 1731 im spätbarocken Stil erneuert. Ein besonderes Kunstwerk ist das schmiedeeiserne Gitter in verschlungenen Formen, das 1572 von der Bruderschaft der Stecknitzfahrer gestiftet wurde.
Lettner mit Kirchenuhr
Auch die Bildschnitzereien der AuĂenverkleidung des Lettners wurden von Bernt Notke geschaffen. Es handelt sich dabei um eine Stiftung des LĂźbecker BĂźrgermeisters Andreas Geverdes, die 1477 zusammen mit dem Triumphkreuz fertiggestellt wurde. Vorbild war der Lettner im Magdeburger Dom, Geverdes ursprĂźnglicher Heimatstadt. Die vier Statuen zeigen die Patrone des Doms; von Nord nach SĂźd sind es die Heiligen Nikolaus, Maria, Johannes der Täufer und Blasius.
Die Kirchenuhr am SĂźdende des Lettners stammt aus dem Jahr 1628.
Flßgelaltäre
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Hauptartikel
:
Altarretabel des LĂźbecker Doms
Der berĂźhmte Altar von Hans Memling aus der Greveraden-Kapelle im nĂśrdlichen Seitenschiff befindet sich seit dem Zweiten Weltkrieg in der Mittelaltersammlung des Museums fĂźr Kunst- und Kulturgeschichte im St.-Annen-Kloster.
Es befinden sich jedoch weitere sehenswerte Flßgelaltäre im Lßbecker Dom. Der Altar der Kanonischen Tageszeiten auf der Sßdseite des Triumphkreuzes stammt aus dem ersten Drittel des 15. Jahrhunderts; er verbindet auf der Grundlage des Hymnus Patris sapientia die sieben Horen des Tages mit Ereignissen aus der Passion Christi.
Tafelbilder
Neben zahlreichen Porträts gibt es im Dom zwei groĂformatige Tafelbilder, die beide aus dem 17. Jahrhundert stammen. Eins zeigt den Heiligen Christophorus (1665) und hängt Ăźber dem Portal, das aus dem nĂśrdlichen Seitenschiff in die Paradies-Vorhalle fĂźhrt. Das andere, die Klage Jesu Christi an die undankbare Welt, wird auf das Ende des 17. Jahrhunderts datiert; es zeigt Jesus Christus, der dem Betrachter entgegentritt und ihn auf das bei Johannes 14 aufgeschlagene Neue Testament verweist, verbunden mit der als LĂźbecker Domspruch bekannt gewordenen Inschrift:
Ich bin das Licht â ihr sehet mich nicht.
Ich bin der Weg â ihr gehet mich nicht.
Die Wahrheit â ihr glaubet mir nicht.
Das Leben â man suchet mich nicht.
Ich bin Reich â man bittet mich nicht.
Ich bin Edel â man dienet mir nicht.
Der SchĂśnste â man liebet mich nicht.
Ich bin Barmherzig â man vertrauet mir nicht.
Ich bin Allmächtig â man fĂźrchtet mich nicht.
Ich bin ein Lehrer â man folget mir nicht.
werdet ihr verdammet â verweiset mirs nicht.
Glasmalerei
Sämtliche Glasfenster des Doms wurden 1942 zerstÜrt, darunter auch zwei, die Professor Alexander Linnemann aus Frankfurt um 1900 entworfen und ausgefßhrt hatte. Beim Wiederaufbau erhielten die Fenster eine schlichte, rautenfÜrmige Bleiverglasung aus opakem Glas. Lediglich das durch die ZerstÜrung der Orgel nun frei sichtbare Westfenster wurde durch Lothar Quinte 1962/63 kßnstlerisch gestaltet.cite-ref-16[16]cite-ref-17[17] Das strahlend farbige dreiteilige Fenster wurde vom Kulturkreis der deutschen Wirtschaft im Bundesverband der Deutschen Industrie gestiftet.cite-ref-18[18] Die Gestaltung des Westfensters erinnert an die Fensterrosetten mittelalterlicher Kathedralen und antwortet auf die Monumentalität des den Dominnenraum beherrschenden Triumphkreuzes.cite-ref-19[19]
Grabkapellen
â
Hauptartikel
:
Kapellen im LĂźbecker Dom
Nach der Reformation wurden die zahlreichen Seitenkapellen des Doms zu Grabkapellen fßr die Mitglieder des Domkapitels. Bei den im sßdlichen Seitenschiff gelegenen Grabkapellen findet sich aus der Zeit des Barock das von dem in Kopenhagen ansässigen flämischen Bildhauer Thomas Quellinus geschaffene Grabmal des dänischen Kanzlers Johann Hugo von Lente. Ebenfalls im sßdlichen Seitenschiff befindet sich die Grabkapelle des gottorfischen Staatsmannes Magnus von Wedderkop und seiner Frau.
In der Marientidenkapelle von 1445 am Ăśstlichen Ende des Hochchors befindet sich das ebenfalls von Quellinus geschaffene Grabmal von FĂźrstbischof August Friedrich (â 1705) und seiner Gemahlin Christina. FĂźr seine Nachfolger wurde bis 1747 unter der Bauleitung des eutinischen Hofbaumeister Johann Christian LĂśwen, gen. Lewon die Neue FĂźrstbischĂśfliche Grabkapelle errichtet.
Durch Teilung der alten Sakristei in der Üstlichen Hälfte und Ausbau nach Norden entstand ein zweijochiger Raum. Zum nÜrdlichen Seitenschiff des Doms hin ist er mit einem von Hieronymus Hassenberg geschaffenen Sandsteinportal offen. Der Raum ist ßberspannt mit einem TonnengewÜlbe, dessen Rokoko-Stuckdekor vermutlich vom Eutiner Hofbildhauer Johann Georg Moser stammt. In jedem der beiden GewÜlbe befindet sich ein Kreisfeld mit einem Tondo auf Leinwand; das nÜrdliche Bild, das einen thronenden Gottvater zeigte, ist verloren; das sßdliche zeigt den auferstehenden Christus in einer 1869 stark ßbermalend aufgebrachten Fassung.
Die Kapelle wurde 1985/1986 grundlegend restauriert.cite-ref-20[20] Die älteren Särge schuf der Hofbildhauer Theodor Schlichting (um 1680â1746). In der Kapelle ruhen FĂźrstbischof Christian August (â 1726) und seine Frau Albertine Friederike (â 1755), die Tochter Markgrafs Friedrich zu Baden-Durlach; FĂźrstbischof Karl (â 1727); FĂźrstbischof Friedrich August, erster regierender Herzog von Oldenburg (â 1785), und seine Frau, Ulrike Friederike Wilhelmine von Hessen-Kassel (â 1787), sowie Herzog Peter Friedrich Wilhelm (Oldenburg) (â 1823).
Unter dem Nordturm befand sich die Grabkapelle der Familie von Berkentin. Hier wurden unter anderem Christian August von Berkentin und seine Tochter Louise von Plessen beigesetzt.cite-ref-21[21] Seit den ZerstĂśrungen durch den Luftangriff auf LĂźbeck im Zweiten Weltkrieg befinden sich ihre Sandsteinsarkophage zusammen mit den anderen ihrer Familie in der sĂźdĂśstlichsten Chorumgangskapelle des Doms.
1737 erwarb der spätere Dompropst Jacob Levin von Plessen einen Raum (eigentlich einen Gang) im Sßden des Chorraums bei der Rochuskapelle und lieà ihn zu einer Grabkapelle fßr sich und seine Familie ausbauen.cite-ref-22[22] Den von einer eisernen Gittertßr verschlossenen Raum lieà er mit einer Rokoko-Kartusche mit seinem Wappen dekorieren. Dieses ist dem Stern des St.-Annen-Ordens aufgelegt und von dessen Devise Amantibus iustitiam pietatem fidem umgeben. Beim Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Kartusche und Plessens Sandsteinsarkophag gemeinsam mit den Berkentinschen Särgen aufgestellt.
Siehe auch
:
Grabplatten im LĂźbecker Dom
und
Epitaphien im LĂźbecker Dom
Unter anderen ein finden sich ein Sandsteinepitaph des flämischen Bildhauers Robert Coppens aus dem Jahr 1597 fĂźr den Nowgorodfahrer und Kaufmann Albert Schilling (â 1574) mit einem Relief der Grablegung Christi in Alabaster, signiert mit dem Monogramm âR. C.â,cite-ref-23[23] und ein aufwendiges Alabasterepitaph fĂźr den Dekan des Domkapitels Ludwig Pincier (1616).
Glocken
Die Kinderglocke von 1315, die älteste datierbare Glocke der Region,cite-ref-24[24] wurde 1912 an das Museum fßr Kunst- und Kulturgeschichte abgegeben und ist heute in der Katharinenkirche ausgestellt, weshalb sie den Zweiten Weltkrieg ßberlebte.
Im nĂśrdlichen Turm befinden sich sechs Kirchenglocken, von denen alle auĂer die historische Katharinenglocke von 1481 im Jahr 1965 von der Glocken- und KunstgieĂerei Rincker in Sinn gegossen wurden. Die Glocken hängen in einem Stahlglockenstuhl an gekrĂśpften Jochen, auĂerdem haben die Glocken GegengewichtsklĂśppel. Aufgrund von defekten Motoren waren die Glocke 2 (c1) und die Glocke 3 (e1) seit 2019 nicht mehr sicher läutbar. Im Juni 2023 wurden alle aus den 1960er Jahren stammenden Motoren sowie die Elektrik und die Steuerung von einer Fachfirma erneuert.cite-ref-25[25]
Bis zum Zweiten Weltkrieg besaĂ der Dom sechs Glocken, wovon jedoch nur fĂźnf läuteten, da die undatierbar gewesene Zeichenglocke starr aufgehängt war. Die damals Vierte Glocke war eine undatierte Glocke aus dem 15. Jh. mit einem Durchmesser von 1,2 m. Die kleinste und gleichzeitig auch älteste datierbare Glocke des Geläutes war die 1315 gegossene Kinderglocke mit 0,7 m Durchmesser. Die Marienglocke von 1390 mit einem Durchmesser von 1,57 m war die zweitgrĂśĂte Glocke. Die noch heute zum Geläut gehĂśrende Katharinenglocke von 1481 war die drittälteste Glocke.cite-ref-26[26]
Der Dom besaĂ verschiedene Pulsglocken. Die älteste nachweisbare Pulsglocke wurde wahrscheinlich von Matthias Benningk im Jahr 1581 gegossen, sie sprang 1686. An ihre Stelle trat eine 1686 von Ahrend Kleinmann sowie den BrĂźdern Vitus und Ernst Siebenbaum gegossene Glocke, welche jedoch im ersten Guss misslungen ist und noch im selben Jahr erneut gegossen werden musste. Auch diese Pulsglocke hatte keine ewige Dauer und sprang bereits 1699. Im selben Jahr erfolgte wieder ein Umguss durch Joachim Hannibal Brors, doch 1745 sprang auch diese Glocke. Lorenz Strahlborn goss dann schlieĂlich im selben Jahr die Pulsglocke, die bis zum Bombenangriff an Palmarum 1942 Ăźberlebt hat. Mit einem Durchmesser von 2,32 m war sie die grĂśĂte Glocke in LĂźbeck, sie erklang im Ton f°.cite-ref-27[27]cite-ref-28[28]
2011 stellte der Kirchenkreis Lßbeck-Lauenburg eine Audiodatei des Domgeläuts online.cite-ref-29[29]
| Nr. | Nominal | Gussjahr | GieĂer | Durchmesser (mm) | Gewicht (kg) | Inschrift |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | a 0 +6 | 1965 | Glocken- und KunstgieĂerei Rincker | 1755 | 3145 | + CHRISTUS SPRICHT: ICH BIN DAS LEBEN |
| 2 | c 1 +1 | 1965 | Glocken- und KunstgieĂerei Rincker | 1495 | 2012 | + CHRISTUS SPRICHT: ICH BIN DIE WAHRHEIT |
| 3 | e 1 +7 | 1965 | Glocken- und KunstgieĂerei Rincker | 1270 | 1221 | + CHRISTUS SPRICHT: ICH BIN DER WEG |
| 4 | f 1 +8 | 1965 | Glocken- und KunstgieĂerei Rincker | 1198 | 995 | + CHRISTUS SPRICHT: ICH BIN DAS LICHT |
| 5 | g 1 +7 | 1481 | Unbekannt | 1096 | 800 | anno dni 1481 + alberto krumedik epo lubicensi regnate Indico divina dum pulsor ego katerina Jhesus nazarenus rex judeorum |
| 6 | a 1 +8 | 1965 | Glocken- und KunstgieĂerei Rincker | 955 | 551 | + CHRISTUS SPRICHT: ICH BIN DAS BROT |
| | | 1782 | J. K. Meyer (Viertelschlagglocke mit Inschrift, abgestellt) | | | |
Läuteordnung
⢠Vollgeläut: Glocken 6-1: Sonntags zum Gottesdienst, Neujahrsläuten, Heiligabend, 1. Weihnachtstag, 2. Weihnachtstag, Osternacht, Ostersonntag, Ostermontag, Pfingstsonntag, Pfingstmontag
⢠Sonntagsgeläut, Sonntags 8 Uhr: Glocken 6-2 (c1, e1, f1, g1, a1)
⢠Sonntagseinläuten, Samstags 20 Uhr: Glocken 6+3+2 (c1 e1 a1)
⢠Karfreitagsläuten zur Sterbestunde (15 Uhr): Glocke 1 (a0)
⢠Mittagsläuten (12 Uhr): Glocke 3 (e1)
⢠Abendläuten (18 Uhr): Glocke 2 (c1)
Kirchenmusik
Die Gemeinde ist fest in das LĂźbecker Musikleben eingebunden. Dank dem langjährigen Kantor und Organisten Uwe RĂśhl (1925â2005) ist der Dom Spielort des Schleswig-Holstein Musik Festivals. Sein Nachfolger bis Februar 2018 war Hartmut Rohmeyer. Der Domchor, gegrĂźndet 1948 von dem damaligen Kirchenmusiker Erwin Zillinger als Nachfolger Wilhelm Stahls, bringt regelmäĂig groĂe Oratorien zur AuffĂźhrung.
Ehemalige Schnitger-Orgel
Bis 1942 gab es im Westwerk des Domes eine groĂe Orgel, die auf ein Instrument zurĂźckging, das in den Jahren 1696 bis 1699 von Arp Schnitger erbaut worden war. Das dreimanualige Instrument war mit 45 Registern erbaut worden. Es handelte sich dabei um das grĂśĂte Werk Schnitgers in Schleswig-Holstein. Die Bauleitung hatte sein Meistergeselle Hans Hantelmann inne; der LĂźbecker Bildschnitzer Johann Jakob Budde schuf den Prospekt mit aufwendigem Dekor, bekrĂśnenden und seitlichen Figuren und ausladendem Schnitzwerk. Wegen der konzeptionellen Ăhnlichkeiten mit der Hamburger Jacobi-Orgel wird vermutet, dass fĂźr die Domorgel ein Hamburger Aufriss verwendet wurde.cite-ref-30[30] Abgenommen wurde die Orgel durch Dieterich Buxtehude und den Domorganisten Johann Jacob Nordtmann. Händel und Mattheson spielten 1703 auf der neuen Orgel, im Jahr 1705 wahrscheinlich auch Johann Sebastian Bach.cite-ref-31[31]
In den Jahren 1892 und 1893 ersetzte die Firma E. F. Walcker das Orgelwerk, behielt aber den historischen Prospekt bei. Das neue Orgelwerk besaĂ drei Manuale und 64 Register; die Traktur war pneumatisch.cite-ref-32[32] Schnitgers Spieltisch wurde in diesem Zuge ausgebaut und kam ins St.-Annen-Museum und entging auf diese Weise der ZerstĂśrung der Orgel im Jahr 1942. Der Principal 8Ⲡaus Eichenholz des Brustwerks blieb als Register erhalten und ist heute in einer Hausorgel spielbar eingebaut.cite-ref-33[33] Neben zwei Metallpfeifen des Innenwerks, die sich heute im St.-Annen-Museum befinden, blieben weiterhin zwei Registerleisten mit den Registernamen erhalten. Diese Leisten aus geschwärztem Nussbaumholz mit Beschriftungen aus Goldbronze sind 59 cm breit und 3,8 cm hoch. Aus diesen Registerleisten geht hervor, dass einst je sieben RegisterzĂźge horizontal links und rechts der Spielanlage angeordnet waren. Indirekt lassen sich mit diesen Registerleisten auch technische RĂźckschlĂźsse und die Stellung der Register auf den Windladen des Hauptwerks und des RĂźckpositivs erschlieĂen. Die Anordnung von sieben RegisterzĂźgen nebeneinander entspricht der Orgel von St. Jakobi zu Hamburg.
Die erhaltene Leiste fĂźr das Hauptwerk befand sich links der Manualklaviaturen und nennt die Registernamen: Tremulant â Quintaden 16 f. â Spitzfloit 8 f. â Rohrfloit 4 f. â Nasat 3 f. â Trommet 16 f. â Trommet 8 f.
Die erhaltene Leiste des RĂźckpositivs befand sich rechts der Manualklaviaturen und nennt die Registernamen: Ventiel Pedal â Ventiel RĂźgpositiv â Dulcian 16 f. â Scharff â Sexquialt â Octav 4 f. â Gedact 8 f.
2002 fand gemeinsam mit der Musikhochschule LĂźbeck ein Symposion statt, das die Frage der Rekonstruktion der Arp-Schnitger-Orgel von 1699 zum Gegenstand hatte. Als Resultat galt solch eine Rekonstruktion zwar als technisch machbar, wurde aber vor allem aus denkmalpflegerischen GrĂźnden abgelehnt. Die sich anschlieĂende Diskussion wurde jahrelang kontrovers gefĂźhrt. Zunächst Ăźberwogen Vertreter, die einen Orgelneubau befĂźrworteten, der sich am Klangbild und der Gestaltung der Schnitger-Orgel orientieren, sich aber formal eigenständig und als additive BaumaĂnahme des 21. Jahrhunderts präsentieren sollte.
Im Jahr 2012 entschied sich der Kirchengemeinderat fĂźr einen prämierten Entwurf, der eine weitgehende Rekonstruktion vorsieht.cite-ref-34[34] Der 1942 zerstĂśrte Prospekt wurde mithilfe des GĂśteborg Organ Art Center anhand alter Fotografien und Mensurangaben im Jahr 2000 in der schwedischen Ărgryte New Church kopiert.cite-ref-35[35] Diese Erfahrungen sollen dem Orgelneubau zugutekommen, der im Westwerk auf einem lettnerartigen Bogen vorgesehen ist.
Die originale Disposition ist erst 1822 durch den Orgelbauer Theodor Vogt bezeugt:cite-ref-36[36]
Disposition
Domorgel
Die heutige Domorgel wurde 1970 von der dänischen Orgelbaufirma Marcussen & Søn aus Apenrade erbaut. Das Instrument wurde nicht im Westwerk aufgestellt, wo sich bis 1942 die groĂe Schnitger-Orgel befand, sondern an der Wand des nĂśrdlichen Seitenschiffes erbaut, weil man das Westwerk freihalten wollte. Der schlichte, symmetrische Prospekt mit klassischer Werkanordnung wurde von dem Hamburger Architekten Friedhelm Grundmann entworfen. Das Schleifladen-Instrument hat 47 Register und zwei Nebenregister auf drei Manualen und Pedal. Die Spieltrakturen sind mechanisch, die Registertrakturen sind elektrisch.cite-ref-37[37]
⢠Koppeln: I/II, III/I, III/II, I/P, II/P, III/P
⢠Nebenregister: Zimbelstern, Nachtigall (Rßckpositiv)
⢠Spielhilfen: elektronische Setzeranlage
Barockorgel
Daneben befindet sich eine barocke Orgel von Biaggio di Rosa aus dem Jahr 1777 im Dom, die Eigentum der Musikhochschule LĂźbeck ist. Das Instrument ist beweglich und verfĂźgt Ăźber zehn Register auf einem Manual und angehängtem Pedal. Im Jahr 2000 wurde das Werk von JĂźrgen Ahrend instand gesetzt. Die historische Substanz ist auĂergewĂśhnlich gut und ohne Registerverluste erhalten. Die Orgel weist eine StimmtonhĂśhe von a1 = 415 Hz (ein Halbton tiefer als heute Ăźblich) und eine mitteltĂśnige Stimmung auf, wodurch sie besonders zur Darstellung von Renaissance- und Barockmusik geeignet ist.
AuĂerdem besitzt der Dom ein kleines, bewegliches Instrument der Orgelwerkstatt Eberhard Friedrich Walcker.
Kirchenmusiker
⢠Hermann Ley (1845â1930), Domorganist 1875â1922
⢠Wilhelm Stahl (1872â1953), Domorganist 1922â1939
⢠Erwin Zillinger (1893â1974), Domorganist 1939â1967
⢠Uwe RĂśhl (1925â2005), Domorganist 1967â1990
⢠Hartmut Rohmeyer (* 1951), Domorganist 1990â2018cite-ref-38[38]
⢠Johannes Unger (* 1976), seit Juli 2022; auch zuständig fßr St. Marien.cite-ref-41[41]
Lutherbuche
Zur Erinnerung an das 700-jährige Bestehen des Domes (1873) traf ein Ableger der Lutherbuche vom Lutherdenkmal (Steinbach) bei Bad Liebenstein in Thßringen in Lßbeck ein und wurde auf dem Domkirchhof eingepflanzt.
Legenden
Hauptartikel in Wikisource: Dom zu LĂźbeck#Sagen
Der Dom ist Ort mehrerer Legenden, darunter der DomgrĂźndungslegende, die in einem zweiteiligen Wandbild im sĂźdlichen Seitenschiff dargestellt ist,cite-ref-42[42] sowie der Legende von der Rose des Domherrn Rabundus, die in Ludwig Bechsteins Deutschem Sagenbuch Aufnahme fand, aber schon 1695 bei Erasmus Francisci Ăźberliefert wurde.cite-ref-43[43]
Dom und Gemeinde
Zuvor Kathedrale des rĂśmisch-katholischen Bistums LĂźbeck, war der Dom seit der Reformation von 1530 eine der fĂźnf Hauptkirchen der evangelisch-lutherischen Kirche in LĂźbeck. Einen Bischof gab es in der Stadt nicht mehr, die Leitung und Verwaltung der Landeskirche oblag dem Senat der Freien und Hansestadt LĂźbeck und dem Geistlichen Ministerium des Stadtstaates. Bis 1803 gab es zunächst einen Superintendenten, danach lag die Leitung bis 1918 beim Geistlichen Ministerium mit einem Senior an der Spitze. Mit der Kirchenverfassung von 1921 verzichtete der Senat schlieĂlich auf das Kirchenregiment. An der Spitze der Landeskirche stand fortan der von der Synode gewählte Senior, der ab 1934 den Titel Bischof erhielt und zwischen 1934 und 1972 St. Marien als Bischofskirche nutzte. Danach wurde in Vorbereitung der nordelbischen Kirchenfusion kein Bischof mehr eingesetzt. Nach Beseitigung der schweren Schäden des Zweiten Weltkrieges war der LĂźbecker Dom dann von 1977 bis 2008 eine der drei Bischofskirchen der Nordelbischen Kirche. Die letzte BischĂśfin des Sprengels Holstein-LĂźbeck war von 2001 bis 2008 Bärbel Wartenberg-Potter.
Zeitweilig war der Lßbecker Dom danach als Predigtstätte des Inhabers oder der Inhaberin des neu einzufßhrenden Leitenden Bischofsamtes der Nordelbischen Kirche vorgesehen, das 2009 besetzt werden sollte. Im Rahmen der Fusionsverhandlungen zur Nordkirche im Februar 2009 wurde jedoch auf diese Besetzung verzichtet und beschlossen, dass der Sitz einer LandesbischÜfin bzw. eines Landesbischofs der neuen norddeutschen Kirche Schwerin wurde.
Der LĂźbecker Dom ist heute eine bischĂśfliche Kirche im Sprengel Hamburg und LĂźbeck der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland. Die Domgemeinde ist offen fĂźr Mitglieder, die auĂerhalb des eigentlichen Gemeindegebietes in der Stadt leben. Nach der Verfassung der âNordkircheâ ist der LĂźbecker Dom, zusammen mit dem Schweriner Dom, Predigtstätte der LandesbischĂśfin bzw. des Landesbischofs.cite-ref-44[44] Seit April 2019 ist Kristina KĂźhnbaum-Schmidt in diesem Amt.
Beisetzungsfeierlichkeiten
BĂźrger von Rang erhalten hier ihren letzten Gottesdienst. Bis 1937 wurden diese im Anschluss durch die Stadt zum Gottesacker (Burgtor- oder Ehrenfriedhof) geleitet. Unter ihnen befanden sich u. a. Ernst von Heynitz, Curt von Morgen und Willy Rohr.
Obwohl Lßbeck 1937 seine Eigenstaatlichkeit verloren hat, finden auch heute noch hier solche Gottesdienste statt. Die Betrauerten, wie z. B. Uwe Barschel, werden aber nicht mehr zwangsläufig in Lßbeck beerdigt.
Geistliche
⢠Joachim Dobbin (1534â1614), 1588 Hauptpastor, ab 1602 zugleich Senior
⢠Matthias Crumbtinger (â 1625), 1598 Diaconus, 1614 Hauptpastor
⢠Jonas Nicolai (1579â1646), 1632 Hauptpastor
⢠Daniel Lipstorp (1600â1679), Prediger seit 1630, 1647 Hauptpastor, ab 1661 zugleich Senior
⢠Thomas Honstedt (1642â1704), Hauptpastor seit 1684, ab 1700 zugleich Senior
⢠Hermann Lebermann (1645â1705), Prediger seit 1679, Hauptpastor von 1704 bis zu seinem Tod, Mitglied im Pegnesischen Blumenorden
⢠Christoph Wendt (1658â1719), Prediger seit 1685, Hauptpastor von 1705 bis zu seinem Tod, ab 1710 zugleich Senior
⢠August Joachim Wendt (1685â1748), Prediger seit 1719
⢠Meno Nicolaus Carstens (1701â1757), 1731 Prediger, 1752 Hauptpastor
⢠Johann Heinrich Carstens (1738â1829), 1767 Prediger, 1785 bis 1827 Hauptpastor, 1795 Senior
⢠Johann Friedrich Petersen (der Ăltere) (1760â1845), 1780 Prediger, 1827 Hauptpastor
⢠Johann Friedrich Petersen (der JĂźngere) (1799â1853), 1827 Prediger, 1845 bis 1852 Hauptpastor
⢠Johann Heinrich Zietz (1806â1879), 1852â1879 Hauptpastor
⢠Friedrich Luger (1813â1890), 1845â1884 Archidiaconus
⢠Eginhard Friedrich Petersen (1834â1909), 1863 Prediger, 1879â1908 Hauptpastor
⢠Christian Reimpell (1858â1926), 1884 bis 1925 Pastor
⢠Helmuth Johnsen (1891â1947), 1929 bis 1934 Hauptpastor
⢠Adolf Riege (1906â1994), 1935 bis 1946 Pastor
⢠Karlheinz Stoll (1927â1992), 1957 bis 1977 Pastor, Senior von 1970 bis 1977, dann Propst, ab 1979 Bischof fĂźr Schleswig
⢠Ulrich Wilckens (1928â2021), 1981â1991 Bischof fĂźr Holstein-LĂźbeck
⢠Karl Ludwig Kohlwage (1933â) 1991â2001 Bischof fĂźr Holstein-LĂźbeck
⢠Bärbel Wartenberg-Potter (1943â) 2001â2008 BischĂśfin fĂźr Holstein-LĂźbeck
UNESCO-Welterbe
Als Teil des Flächendenkmals âLĂźbecker Altstadtâ ist der LĂźbecker Dom seit 1987 als UNESCO-Welterbe ausgezeichnet.
Siehe auch
Literatur
⢠Uwe Albrecht, Ulrike Nßrnberger, Jan Friedrich Richter, JÜrg Rosenfeld, Christiane Saumweber: Corpus der Mittelalterlichen Holzskulptur und Tafelmalerei in Schleswig-Holstein Band II: Hansestadt Lßbeck, Die Werke im Stadtgebiet. Ludwig, Kiel 2012, ISBN 978-3-933598-76-9.
⢠Johannes Baltzer, Friedrich Bruns: Die Bau- und Kunstdenkmäler der Freien und Hansestadt LĂźbeck. Herausgegeben von der BaubehĂśrde. Band III: Kirche zu Alt-LĂźbeck. Dom. Jakobikirche. Ăgidienkirche. Verlag von Bernhard NĂśhring, LĂźbeck 1920, S. 9â304. (Unveränderter Nachdruck 2001: ISBN 3-89557-167-9).
⢠Paul Brockhaus (Hrsg.): Vom Lßbecker Dom. Lßbeck 1958.
⢠Rafael Ehrhardt: Familie und Memoria in der Stadt. Eine Fallstudie zu Lßbeck im Spätmittelalter. Dissertation, GÜttingen 2001. (mit einer Prosopografie der Ratsfamilien von Alen, Darsow, Geverdes, Segeberg und Warendorf)
⢠Wolfgang Grusnick: Der Dom zu Lßbeck. Aufnahmen von Michael Haydn u. a. Aktualisierte und erweiterte Auflage, KÜnigstein i. Ts. (Verlag Langewiesche) 2014 (Die Blauen Bßcher), ISBN 978-3-7845-0832-0.
⢠Ludwig Heller: Die Merkwßrdigkeiten der Domkirche in Lßbeck. Schmidt SÜhne, Lßbeck 1845. (Digitalisat)
⢠Matthias Riemer: Domus Dei â Bei Gott zu Hause. Raumkonzepte im LĂźbecker Dom â eine Annäherung. In: Das Gedächtnis der Hansestadt LĂźbeck: Festschrift fĂźr Antjekathrin GraĂmann zum 65. Geburtstag. In Verbindung mit dem Verein fĂźr LĂźbeckische Geschichte und Altertumskunde und dem Hansischen Geschichtsverein hrsg. von Rolf Hammel-Kiesow und Michael Hundt. Schmidt-RĂśmhild, LĂźbeck 2005, ISBN 3-7950-5555-5.
⢠Friedrich Techen: Die Grabsteine des Doms zu LĂźbeck. In: Zeitschrift des Vereins fĂźr LĂźbeckische Geschichte und Altertumskunde 7 (1898) Digitalisat, S. 52â107.
⢠Hildegard Vogeler, Uwe Albrecht und Hartmut Freytag (Hrsg.): Bernt Notke. Das Triumphkreuz im Dom zu Lßbeck, Verlag Ludwig, Kiel 2010, ISBN 978-3-86935-033-2.
⢠Lutz Wilde: Der Dom zu Lßbeck (DKV-Kunstfßhrer Nr. 348). 9. Auflage, Berlin/Mßnchen 2015.
⢠Heinrich Christian Zietz: Ansichten der Freien Hansestadt Lßbeck und ihrer Umgebungen. Frankfurt a. M. 1822.
Weblinks
Commons
: LĂźbecker Dom
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikisource: Dom zu LĂźbeck
â Quellen und Volltexte
⢠Offizielle Website des Domes zu Lßbeck
⢠Der Lßbecker Dom auf der Homepage der Hansestadt Lßbeck
⢠Aufnahmen des Lßbecker Domes im Marburger Bildindex der Kunst und Architektur
⢠Zeitreise: Einzigartiger Kunstschatz in Lßbeck
⢠Historische Aufnahme (1943â1945) vom Wandbild Johannes der Täufer
Einzelnachweise
cite-note-11. â Zietz: Ansichten der Freien Hansestadt LĂźbeck und ihrer Umgebungen. 1822, S. 89 Fn. **)
cite-note-22. â Zietz: Ansichten der Freien Hansestadt LĂźbeck und ihrer Umgebungen. 1822, S. 90 FuĂnote **)
cite-note-33. â Zietz: Ansichten der Freien Hansestadt LĂźbeck und ihrer Umgebungen. 1822, S. 89, FuĂnote *)
cite-note-44. â Otto Dziobek: Geschichte des Infanterie-Regiments LĂźbeck (3. hanseatisches) Nr. 162. erste Auflage. 1922.
cite-note-55. â Unter Vom Totensonntag. Abschnitt Am Dom. In: LĂźbecker General-Anzeiger, 43. Jahrgang, 2. Beilage, Nr. 276, Ausgabe vom 25. November 1924.
cite-note-66. â Friedhelm Grundmann: Wiederaufbau und Neugestaltung des LĂźbecker Domes, in: LĂźbeckische Blätter 2002/5, S. 65
cite-note-77. â Kirchenvorstand der Evangelisch-Lutherische Dom-Gemeinde zu LĂźbeck: 800 Jahre Dom zu LĂźbeck. Festschrift. LĂźbeck 1973
cite-note-88. â Dom zu LĂźbeck: Sanierung der Doppelturmanlage. Abgerufen am 10. November 2024.
cite-note-99. â Vgl. Grundriss in Lutz Wilde: Der Dom zu LĂźbeck. 9. Auflage. Deutscher Kunstverlag, Berlin/MĂźnchen 2015, ISBN 978-3-422-02143-3, S. 6.
cite-note-1010. â Lutz Wilde: Der Dom zu LĂźbeck. 9. Auflage. Deutscher Kunstverlag, Berlin/MĂźnchen 2015, ISBN 978-3-422-02143-3, S. 6.
cite-note-1111. â Zietz: Ansichten der Freien Hansestadt LĂźbeck und ihrer Umgebungen. 1822, S. 96.
cite-note-1212. â Otto Grautoff: LĂźbeck, Leipzig 1908, S. 72.
cite-note-1313. â Jochen Hermann Vennebusch: Das Taufbecken des LĂźbecker Domes (1455) und sein GieĂer Lorenz Grove. In: Klaus Gereon Beuckers, Jochen Hermann Vennebusch, Iris Wenderholm (Hrsg.): âArte facteâ â Mit Kunstfertigkeit geschaffen. LĂźbecker Bronzeguss im Spätmittelalter (= Opera borealia. Beiträge zur norddeutschen Kunst des Mittelalters und der FrĂźhen Neuzeit. Band 2). Schnell & Steiner, Regensburg 2025, S. 137â175.
cite-note-1414. â Die romanische Taufe wurde 1666 fĂźr 6 Mark an die Kirchgemeinde von Klein Wesenberg veräuĂert.
cite-note-151. Die Statue des Johannes wurde im September 2011 entwendet: Haben Kunstdiebe auch im Dom zugeschlagen? In: LĂźbecker Nachrichten. 23. September 2011, abgerufen am 25. September 2011.
cite-note-1616. â Kirchenvorstand der Evangelisch-Lutherische Dom-Gemeinde zu LĂźbeck: 800 Jahre Dom zu LĂźbeck. Festschrift. LĂźbeck 1973, S. 49, 61
cite-note-1717. â Beschreibung auf der Website des KĂźnstlers
cite-note-1818. â LĂźbecker Nachrichten vom 19. Juli 1963, S. 3
cite-note-1919. â Gustav Querfurth: Vom Dom zu LĂźbeck. LĂźbeck 2012.
cite-note-2020. â Informationen bei baufachinformation.de
cite-note-2121. â Zur Grablege und den hier Bestatteten siehe Johannes Baltzer, Friedrich Bruns: Die Bau- und Kunstdenkmäler der Freien und Hansestadt LĂźbeck. Herausgegeben von der BaubehĂśrde. Band III: Kirche zu Alt-LĂźbeck. Dom. Jakobikirche. Ăgidienkirche. Verlag von Bernhard NĂśhring, LĂźbeck 1920, S. 9â304. (Unveränderter Nachdruck 2001: ISBN 3-89557-167-9, S. 96f.)
cite-note-2222. â Johannes Baltzer, Friedrich Bruns: Die Bau- und Kunstdenkmäler der Freien und Hansestadt LĂźbeck. Herausgegeben von der BaubehĂśrde. Band III: Kirche zu Alt-LĂźbeck. Dom. Jakobikirche. Ăgidienkirche. Verlag von Bernhard NĂśhring, LĂźbeck 1920, S. 9â304. (Unveränderter Nachdruck 2001: ISBN 3-89557-167-9, S. 99.)
cite-note-2323. â Beseler (1974), S. 52.
cite-note-2424. â Theodor Hach: LĂźbecker Glockenkunde. LĂźbeck 1913, S. 25.
cite-note-2525. â hl-live.de: Ab Samstag hat LĂźbecks Dom wieder volles Geläut, abgerufen am 10. Juni 2023
cite-note-2626. â Prianteltix: LĂźbeck - D - SH - luth. Dom: Dom, Hauptorgel, Glocken. 31. Dezember 2024, abgerufen am 16. Februar 2025.
cite-note-2727. â Prianteltix: LĂźbeck - D - SH - luth. Dom: Dom, Hauptorgel, Glocken. 31. Dezember 2024, abgerufen am 16. Februar 2025.
cite-note-2828. â LĂźbeck Dom Glockendaten. Abgerufen am 16. Februar 2025.
cite-note-3030. â Cornelius H. Edskes, Harald Vogel: Arp Schnitger und sein Werk (= 241. VerĂśffentlichung der Gesellschaft der Orgelfreunde). 2. Auflage. Hauschild, Bremen 2013, ISBN 978-3-89757-525-7, S. 129.
cite-note-3131. â Gustav Fock: Arp Schnitger und seine Schule. Ein Beitrag zur Geschichte des Orgelbaues im Nord- und OstseekĂźstengebiet. Bärenreiter, Kassel 1974, ISBN 3-7618-0261-7, S. 160 f.
cite-note-3232. â Disposition siehe: Roland Eberlein (Hg.): Hermann Mund Sammlung Orgeldispositionen Anhang Seidel. (walcker-stiftung.de [PDF; abgerufen am 24. Februar 2024] Disposition Nr. 302).
cite-note-3333. â arpschnitger.nl: Peter Golon: Eine LĂźbecker Hausorgel in Stade, abgerufen am 13. Februar 2017.
cite-note-3434. â nordkirche.de: LĂźbecker Dom soll eine neue Barock-Orgel bekommen, abgerufen am 21. Dezember 2015.
cite-note-3535. â goart.gu.se: North German Baroque Organ, gesehen 26. August 2012.
cite-note-3636. â Info zur Schnitger-Orgel, gesehen 26. August 2012.
cite-note-3737. â Nähere Informationen zur Marcussen-Orgel (Memento vom 22. Dezember 2015 im Internet Archive), gesehen 31. Dezember 2011.
cite-note-3838. â Steffi Niemann: Dom Abschied von Prof. Hartmut Rohmeyer. In: HL-live.de, 17. Februar 2018, abgerufen am 14. April 2018.
cite-note-3939. â Klaus MĂźller ist neuer Domkantor. Webseite des Ev.-Luth. Kirchenkreis LĂźbeck-Lauenburg, 11. März 2018, abgerufen am 14. April 2018.
cite-note-4040. â Domkantor Klaus Eldert MĂźller verlässt LĂźbeck, abgerufen am 1. Juli 2020
cite-note-4141. â https://www.domzuluebeck.de/page/106/musik, abgerufen am 5. November 2022
cite-note-4242. â Lateinischer Inschrifttext mit Erläuterung und Ăbersetzung bei: Adolf Clasen: Verkannte Schätze - LĂźbecks lateinische Inschriften im Original und auf Deutsch. LĂźbeck 2002, S. 104 ff., ISBN 3-7950-0475-6
cite-note-4343. â Ludwig Bechstein, auch schon bei Erasmus Francisci: Der HĂśllische Proteus, oder TausendkĂźnstige Versteller, vermittelst Erzehlung der vielfältigen Bild-Verwechslungen Erscheinender Gespenster, Werffender und poltrender Geister, gespenstischer Vorzeichen der Todes-Fälle, Wie auch Andrer abentheurlicher Händel, arglistiger Possen, und seltsamer AufzĂźge dieses verdammten Schauspielers, und, Von theils Gelehrten, fĂźr den menschlichen Lebens-Geist irrig-angesehenen Betriegers, (nebenst vorberichtlichem Grund-Beweis der Gewissheit, daĂ es wĂźrcklich Gespenster gebe). 2. Auflage. Endter, NĂźrnberg 1695, S. 1057. (Digitalisat)
cite-note-4444. â Sitz der LandesbischĂśfin bzw. des Landesbischofes ist Schwerin. Predigtstätten sind der Dom zu LĂźbeck und der Dom zu Schwerin, Artikel 98 (5) der Verfassung (Memento vom 21. September 2013 im Internet Archive), abgerufen am 27. Juni 2014
53.86073611111110.685780555556coordinatesKoordinaten: 53° 51Ⲡ38,7ⳠN, 10° 41Ⲡ8,8ⳠO